

Biografie
Der Dirigent Joss Reinicke (*1993) wuchs in Dänemark auf und arbeitet mit Orchestern, Chören und Ensembles im In- und Ausland. Sein Repertoire reicht vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Besondere Interessen gelten der historisch informierten Aufführungspraxis, der Neuen Musik und dem Musiktheater.
Er gründete mehrere Ensembles und ist künstlerischer Leiter und Dirigent von EnsembleOhm, polyLens vokal und Motettenchor Lörrach. Als künstlerischer Co-Leiter des asambura ensembles spielte er MessiaSASAmbura und LUX PERPETUA beim Label decurio ein.
2026 dirigierte er in der Elbphilharmonie Hamburg und leitete das Eröffnungskonzert des TONALi-Festivals. Darüber hinaus arbeitete er mit dem Freiburger Barockorchester und Ensemble Recherche zusammen. Als Lehrbeauftragter dirigiert er regelmäßig das Ensemble für Neue Musik der Hochschule für Musik Freiburg und arbeitet mit jungen Komponist*innen an deutschen Musikhochschulen.
Die Zusammenarbeit mit Komponist*innen, Regisseur*innen, Tänzer*innen und Choreograf*innen prägt seine künstlerische Arbeit. Er leitete experimentelle Musiktheaterproduktionen und dirigierte Opern beim Taschenopernfestival Salzburg, am Staatstheater Saarbrücken und in den Lake Studios Berlin. Choreinstudierungen übernahm er für das hr-Sinfonieorchester und die Deutsche Philharmonie Merck.
In der Spielzeit 2022/23 war er Dirigier-Akademist des SWR Vokalensembles. Er studierte Schulmusik, Philosophie, Dirigieren und Chorleitung, Musiktheorie sowie Ensembleleitung Neue Musik in Freiburg, Saarbrücken und Trossingen. Studienaufenthalte führten ihn an die Eastman School of Music in Rochester, New York, an die Schola Cantorum Basiliensis und nach Montréal. Weitere Impulse erhielt er in Kursen bei Michael Alber, Rüdiger Bohn, Douglas Bostock, Sian Edwards, Manuel Nawri, Jorma Panula und Peter Rundel.
Als Dozent an der Universität Freiburg, der Hochschule für Musik Freiburg und der HfMDK Frankfurt unterrichtet er unter anderem Musikgeschichte, Musikvermittlung, Harmonielehre und Kontrapunkt. Weitere Lehrthemen sind Musikkulturen einer global vernetzten Gegenwart sowie Ästhetik und Erinnerungskultur nach dem Zweiten Weltkrieg. Zudem arbeitet er regelmäßig als Musikvermittler für das SWR Symphonieorchester.
Zu seinen Förderungen zählen die Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes (2018), das Deutschlandstipendium (2017), DAAD-Stipendien für Studienaufenthalte in Montréal und Rochester sowie das Bayreuth-Stipendium der Richard-Wagner-Gesellschaft (2022).
"[...] schaut man Reinicke in seinem Dirigieren zu, wird sichtbar, dass da einer auf dem Podium steht, der eine sympathische Zurückhaltung ausstrahlt.
Es geht ihm, das wird sicht- und hörbar, um die Genauigkeit, in der jedes Detail zu Klang wird."
Nikolaus Cybinski, Badische Zeitung
